Nexus 7 Tablet im Test

Im Test: Nexus 7
Rubrik:
Tablet 7 Zoll
Preis:
299€

Getestet von:
Wertung:
5
Am August 13, 2012
Letzte Aktualisierung:November 14, 2012

Zusammenfassung:

Seit dem letzten Update auf 32GB Speicher und 3G gibt es einfach kein Gerät, das dieses Preis-Leistungs-Verhältnis erreicht.

Wie ich schon in einem anderen Artikel schrieb, bin ich sehr oft beruflich in London und damit bot sich die Gelegenheit sehr leicht und sehr früh an eines der Google Tablets zu kommen, die vor ca. einem Monat rauskamen. Ich hab sie einfach in England bestellt und an unser Headquarter liefern lassen, aber man kann sich als Deutscher das Gerät auch bei Tesco.com oder bei anderen Onlineshops bestellen. Einziger Nachteil ist, dass einem nicht die große Auswahl an Büchern, Magazinen und Filmen zur Verfügung stehen wie den Kunden in UK oder den USA, aber das ist unser nationales Problem, das mit den Rechteverwertern zu tun hat. Ansonsten entstehen keine Nachteile, da das Gerät natürlich auch Deutsch als Sprache zur Auswahl hat. Es wurde am Ende die 16GB Version für 199 britische Pfund.

 

Hardware

Ich habe nun einige Zeit gewartet mit dem Test, um wirklich festzustellen wie sich das Gerät auf Dauer schlägt. Die Größe bleibt wohl ein Dauerthema in der Onlinewelt, viele sind Fans von 10-Zoll Tablets. Für mich war der Grund für diese Größe einfach: es war die perfekte Größe fürs Portfolio. Ich besitze für die Arbeit ein sehr dünnes und  leichtes Ultrabook, das bereits recht klein ist und so war das 7-Zoll Tablet das perfekte Gerät zwischen Ultrabook und Smartphone.

Die Materialien und die Verarbeitung des Geräts sind absolut tadellos. Asus hat hier als Hersteller ganze Arbeit geleistet, was nicht so überrascht, schließlich gilt Asus schon lange als vergleichsweise perfektionistisch bei der Hardware (daher auch immer ein Auge auf ihre Laptops werfen). Was auffällt ist die perforierte Rückseiten, die auch beim längeren Festhalten eine gute Griffigkeit gewährleistet. Unten befinden sich sowohl USB als auch Kopfhöreranschluss und an der rechten Seite ist der An/Aus Schalter, sowie zwei Lautstärkeregler. Es gibt nur eine kleine Frontkamera und ansonsten noch den „pogo plug“ für die Dockingstation. Das Gerät wiegt lediglich 340g. So wie ich schon das schlichte und minimalistische Design der Nexus Phones mochte, so gefällt mir auch das des Tablets und dank der Rückseite ist es sehr angenehm und sicher in der Hand.

 

Technische Innereien

Hier glänzt das Gerät, insbesondere wenn man den Preis im Hinterkopf behält. Es gibt einen Quad-Code Prozessor von Nvidia (Tegra 3), der mit 1,3 GHz taktet. Dazu noch einen 1GB großen Arbeitsspeicher und wie schon eingangs erwähnt 16GB Speicherplatz, die jedoch nicht erweiterbar sind. Das weitere Highlight ist der wirklich fantastische Screen, der mit 1280×800 auflöst, was bei dieser Größe umso mehr beeindruckt. Das macht insgesamt 216 ppi und genau das wird wirklich sichtbar. Texte erscheinen unglaublich scharf und selbst der Betrachtungswinkel war erstaunlich stabil.

Es gibt Bluetooth 4.0, Wifi 802.11 b/g/n, GPS, NFC, Kompass, einen Beschleunigungssensor und einen Gyroskop, damit also so ziemlich alles was heutzutage zu haben ist. Wer mit seinem Tablet Fotos machen will (warum auch immer jemand so etwas tut), der wird beim Nexus nicht glücklich, da es nur eine Frontkamera für Videotelefonie gibt mit entsprechend niedriger Auflösung. Was ebenfalls fehlt ist ein Mobilfunk-Modul, so dass es bei einer WiFi Lösung bleibt. Dies dürfte wohl der größte Diskussionspunkt sein bei vielen, was ich persönlich etwas seltsam finde, jedenfalls in dem Setup, das ich nutze. Heutzutage ist Tethering so einfach und funktioniert so problemlos, dass es ein leichtes ist sein Smartphone zu verbinden.

 

Leistung

Das erste was ich tat war JellyBean zu installieren, da das Update bereits zur Verfügung stand. Wie ich schon in meinem Testbericht der Nexus Smartphones schrieb, ist JellyBean eines der besten Updates seit langer Zeit, weil es ins Detail geht und viele Dinge systematisch verbessert. Ich muss allgemein sagen, dass mit JellyBean endlich die perfekte Geschwindigkeit des Systems erreicht wurde um auf dem Leven von iOS zu sein.

Es gibt keine Verzögerungen, alles reagiert extrem schnell und ohne Warten. Wer wirklich staunen will, der sollte sich eines der Spiele ansehen, die speziell für diesen Chipsatz optimiert wurden. Es geht dabei einfach um die Möglichkeiten, die diese Hardware bietet. Ich selbst spiele nie und installierte nur zu Testzwecken. Auch im Vergleich zu den teuren 10-Zoll Geräten von Samsung oder den Transformer Modellen, hält sich das Nexus souverän im Benchmark.

 

Akku

Insgesamt absolut ok und fair wenn man die Größe des Gerätes berücksichtigt und die technische Ausstattung. Im Alltag wird man selten nach einer Steckdose suchen und wenn man die Helligkeit halbwegs minimiert, dann kann man ohne Probleme an die sechs Stunden surfen, lesen usw. Musik hören sollte beispielsweise noch besser gehen, da es dann in einen stromsparenden Modus wechselt. Insgesamt keine Ausschläge nach oben oder unten, einfach ein solider Akku.

 

Software / Betriebssystem

Eines der wichtigsten Punkte wie ich schon beim Nexus Smartphone schrieb. JellyBean ändert in meinen Augen das komplette Verhältnis zu Apple und ist in meinen Augen auch der Grund warum Apple die Klagewelle noch einmal verstärkt hat.

Google investierte bei JellyBean vor allem in die Reaktionszeit und die Reaktionsart bei den Touchscreen Berührungen. Seitdem reagieren die Systeme deutlich natürlicher und schneller, was man schon bei einfachen Dingen wie dem Switchen zwischen den Apps feststellen kann.

Für mich ein wichtiges Detail war das Update der Benachrichtigungsleiste, die nun deutlich mehr anzeigt und eine bessere Übersicht hat. So lässt sich beispielsweise der MP3-Player schon dort bedienen und man muss nicht komplett zur App wechseln, es gibt Vorschaubilder der Kontakte usw. Es lassen sich sogar Bilder direkt aus der Benachrichtigungsleiste heraus teilen ohne, dass man eine App aufmachen muss. Dann wäre da natürlich noch Google Now (einfach im Google Nexus Test nachlesen), das eines der interessantesten Neuerungen ist, da es vorhersehen will welche Information wir suchen werden (und es funktioniert manchmal erschreckend gut).

Große Veränderungen gab es auch bei der Tastatur. Die ist nun deutlich in Richtung Swiftkey gegangen, versucht also zu erraten welches das nächste Wort sein wird, das man eintippen möchte. Gleichzeitig ist es auch lernfähig, so dass die Vorhersagen mit der Zeit besser werden je mehr eingegeben wird.

Die volle Pracht der Neuerungen wird man vor allem in den USA sehen, da auf dem Startscreen dann auch alle Filme, Serien und Magazine erscheinen, die man sich holen kann, aber das ist einfach zu lösen: VPN Programm wie VPN One Click und schon hat man den vollen Zugriff. Bei mir war dies vor allem wichtig, weil ich viele der US-Magazine lese. Für Nutzer, die nur eigenen Content auf dem Nexus genießen ist es sogar komplett egal. (Empfehlung: TheVerge JellyBean Gallerie. HIER klicken).

 

Fazit

Ja, manche haben sich erweiterbaren Speicherplatz gewünscht und noch viel mehr ein 3G/4G Modul, aber beides passt nicht in das Preiskonzept und die Nutzer sollen zunehmend mehr Dinge in der Cloud haben.

Insgesamt gibt es kein vergleichbares Tablet auf dem Markt. Ich bin auch noch nach Wochen absolut fasziniert von der Geschwindigkeit des Tablets und auch von der Qualität. Einen Teil davon macht JellyBean aus, aber der Großteil geht auch an ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das aktuell absolut unerreicht ist. Mein großer Pluspunkt ist auch, dass es wie beim Nexus Smartphone ein Android-pur Erlebnis ist, man also keine lästige zusätzliche aufgespielte Software vorfindet, die das System ausbremst und die Updates verzögert. Für diesen Preis: eines DER Produkte des Jahres!

Leave a Reply

Next ArticleDer grosse Sieg der Demokraten