Google Nexus Test & Empfehlung

Ich kann einige Technik-Fans sehen, die sich nun am Kopf kratzen mit dem Gedanken „ein neues Google-Smartphone?“ oder „was’n das?“, aber ich beziehe mich hier tatsächlich auf das „alte“ Google Nexus S (alt bedeutet hier, dass es das Telefon seit ca. 7-8 Monaten in Deutschland gibt), denn es ist erstaunlicherweise eines der am unfairsten bewerteten Mobiltelefone, die es auf dem Markt gab. Böse Zungen könnten gar denken, dass einige Redaktionen schon aus Prinzip kein Google Phone gut finden möchten. Ich besitze es als eines meiner Telefone beinahe vom ersten Tag an und dank des Preisverfalls bietet momentan kaum ein Telefon mehr.

 

Technisches

Ich verzichte auf die Methoden einer normalen Technikredaktion, also das endlose Auflisten von mitgeliefertem Zubehör und ähnlichem. Es ist alles dabei was man kennt, aber es gibt eben auch keine Bonbons.

Beim Display gehörte Google damals zu den ersten, die auf ein hochauflösendes Super-AMOLED Display mit 1280×720 Pixel. Das Display hat eine leichte Krümmung und war von Beginn an Gegenstand einiger Diskussionen. Prinzipiell ist es absolut hochwertig und gestochen scharf. Man kann über das Grundprinzip der Technik diskutieren, aber ich gehöre zu den Personen, die sich nur ab und zu mal ein Youtube Video auf dem Smartphone ansehen, so dass ich das Display im Mix beurteilen möchte. Insgesamt kann das Display voll und ganz überzeugen und ich muss zugeben, dass ich den Gorilla-Glas-Wahn nicht nachvollziehen kann. Ja, Kratzer kommen minimal leichter rein, aber es gibt inzwischen Folien, die wirklich unsichtbar sind falls man da komplett paranoid ist.

Beim Thema Hardware würden die Pseudo-Technikexperten wieder schreien, denn wir haben hier lediglich einen Dual-Code Prozessor, dafür verfügt es über 1GB RAM. Sicherlich ist nun die ganze Industrie im Quad-Code Wahn, aber der Hunger nach großen Prozessoren war bei vielen Herstellern durch zwei Ursachen bedingt:

1. Neue Hardware, neue Argumente bei der Vermarktung

2. Die immer bessere Hardware war notwendig, weil die Hersteller ein prinzipiell schnelles System durch die eigenen „schicken“ (oftmals weniger schicken) Anwendungen verlangsamt haben.

Ein absolut berechtigter Kritikpunkt ist das Fehlen eines Speicherkarten-Slots, so dass man auf die 16GB angewiesen ist, die von Werk aus da sind. Für Nutzer wie mich war dies nie ein Problem, da ich lediglich ca. 8GB an Musik habe und ansonsten nur Dokumente, die inzwischen sogar zum größten Teil bei Google Drive sind.

Und es gibt daneben noch ein oder zwei Kritikpunkte. Die Displaygröße von 4,6 Zoll wird nicht von allen geliebt. Ich selbst habe ziemlich große Hände und mag daher diese Größe, aber auch hier gilt: Geschmackssache! Keine Geschmackssache ist die mittelmäßige Kamera. Bei guten Lichtverhältnissen macht die 5 Megapixel Kamera wirklich solide Schnappschüsse, aber sobald es etwas dunkler wird, sehen die Bilder schlecht aus. Positiv ist aber die flotte Auslösezeit. HIER ein Beispiel von meinem Ausflug nach Hamburg.

Die Musikqualitäten des Nexus sind hingegen sehr gut. Der Equalizer gibt genug Optionen (wobei man hier auch zu Ersatz-Apps wie Volume+ greifen kann) und der Sound bei entsprechenden Kopfhörern sehr gut.

 

Aussehen

Eins vornweg…wer auf den Apple-Style steht wird das Nexus nie anfangen zu lieben. Ich hingegen mochte das minimalistische Design von der ersten Sekunde an. Dank Softkeys ist die gesamte Front eine Einheit ohne Unebenheiten. Die Rückseite besteht aus einem geriffelten Kunststoff und beherbergt natürlich das Google-Logo. Wie schon erwähnt, insgesamt eher minimalistisch und neutral.

 

Verarbeitung

Ein Thema, bei dem ich bei vielen Redaktionen Kopfschmerzen bekam. Das Google Handy wurde sehr oft als „Plastikbomber“ oder gar minderwertig verarbeitet bezeichnet. Beides kann ich nicht nachvollziehen und muss es sogar verneinen. Es quietscht und knarzt nichts. Die Spaltmaße sind absolut perfekt und der Kunststoff fasst sich jeder Zeit absolut hochwertig an.

 

Software

Eines der Hauptgründe für mich das Google Nexus zu kaufen. Ich habe bislang keine Oberfläche der Hersteller gesehen, die ich wirklich aufregend fand und ich war von Beginn an kein Freund der sich ewig hinziehenden Update-Anpassungen. Das alles fällt bei Google Nexus weg und es macht das Gerät deutlich schneller, da das ursprüngliche Android ein durchweg schnelles System ist. Mit dem Update auf das neuste 4.1 Android (JellyBean) ist es sogar noch einmal besser in der Bedienung geworden und vor allem gab es eine extrem gute Evolution. Die Statusbenachrichtigungen wurden beispielsweise gleich um drei Generationen verbessert und dann gibt es da noch „Project Butter“.

Ziel des Projektes ist es Android schnelles zu machen, indem man einzelne Flaschenhälse aussortiert. So sollen Grafik, CPU und Speicher auch getrennt „vorarbeiten“ können ohne auf eine andere Komponente warten zu müssen. Die Umsetzung bei JellyBean ist schon mehr als gelungen und alles fühlt sich noch einmal schneller an.

Damit wäre auch die Brücke zur Hardware noch einmal geschlagen. Ich habe zahlreiche neuere Telefone zum Testen gehabt und kann nur sagen: sie sind meist langsamer als das schlanke System von Nexus, unabhängig von der Hardware-Schlacht auf dem Papier.

Ein absolut nicht nachvollziehbarer Kritikpunkt war eben das Fehlen vieler Anwendungen per default. Genau das aber ist in meinen Augen der größte Pluspunkt. Jeder kann das Nexus an seine Bedürfnisse anpassen.

Google Now – Ganz neu bei JellyBean und in meinen Augen vom Potenzial deutlich besser als Siri von Apple. Wer es voll erleben will, sollte es auf Englisch antesten. Google Now lernt mit der Zeit mit dem Ziel schon vorher zu wissen welche Info man braucht. Sucht man beispielweise nach einem Parkplatz am Flughafen Frankfurt während man sich in Wiebasen aufhält, sagt Google Now sofort als Meldung wie lange man momentan für die Fahrt nach Frankfurt brauchen würde. Noch spannender werden die Infos zu Flügen und die Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Man wird automatisch benachrichtigt, erfährt alles zu Verspätungen usw. Alles das ist aber eben mit einem Update auf JellyBean verbunden.

Außerdem wurde der normale Browser deutlich verbessert und Apps werden nun per Smart-Update aktualisiert, es wird also nur der aktualisierte Teil runtergeladen und nicht die ganze App.

Die beste Gallerie zu Jelly Bean: The Verge Screenshots

 

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Im Moment gibt es KEIN Telefon, das mit einem solchen Preis-/Leistungsverhältnis aufwarten kann. Aktuell gibt es das Nexus für 369€ und es hält bis heute im Realbetrieb mit der oberen Liga mit (bis auf die Kamera).

Ich habe schon beim Test des MacBook Pro gesagt, dass ich diese Labor-, Papier- und Theoriewerte nicht besonders hilfreich finde. In der Praxis ist das Nexus ein absoluter Geheimtipp, der vielen Nutzern Freude machen dürfte. Wer Fragen dazu hat, ich beantworte sie bei unserem Forum-Ersatz…also Facebook oder natürlich per Twitter.

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Aktuell gibt es das Telefon in gar nicht so vielen Shops, aber es soll in vielenwieder nachgeliefert werden. Ich denke die günstigsten sind bei ca. 370€, absolute Sicherheit gibt es wie immer bei Amazon, dort allerdings um die 400€ (Affiliate-Link):

[fancy_link color=“white“ link=“http://ausgekotzt.com/go/nexusamazon/“] Google Nexus bei Amazon [/fancy_link] [list style=“green“]

 

    • Kein Handy wird so schnell aktualisiert
    • Android wird an Nexus als Referenz entwickelt
    • Sehr schnell
    • ausgezeichnetes Display
    • solide Akkulaufzeit
    • gute MP3 Leistung

     

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      • Kamera ist mittelmäßig
      • Auf dem Papier kein Topmodell
      • Kein Gorillaglas

       

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