Vereine als Spielzeuge sind Gift

Das musste auch der FC Málaga feststellen. Der spanische Erstligist gehört zu den Vereinen, die seit Kurzem als Spielzeug reicher Millionäre (oder Milliardäre) gelten. Doch nun verliert der Sugardaddy das Interesse und damit der Verein den Geldgeber. Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani muss neue Betätigungsfelder gefunden haben, denn Geld schickt er den Spaniern keines mehr. Ein perfektes Beispiel des kranken Systems im Fußball.

 

Spielzeuge

Das wohl größte Problem ist, dass Vereine inzwischen zu Spielzeugen verkommen sind, wenn man sich in einem Land befindet, das dafür keine Regelung hat. In Deutschland gibt es natürlich die 50+1 Regelung und dennoch kamen Vereine wie Wolfsburg, Bayer und Hoffenheim durch, aber da sie eben KEIN Normalzustand sind, gibt es auch eine große Abneigung in der Fanszene.

In England und anderen Ländern ändert sich dies zunehmend. In England gibt es praktisch so gut wie keinen Club, der nicht auf einen reichen Besitzer angewiesen ist, doch dieses Verhältnis hat riesige Gefahren. Die meisten Besitzer neigen dazu zwar ein Spielzeug zu lieben, aber dennoch wird nach einem Kauf sofort die gesamte Kaufsumme als Schuld für den Verein umgewälzt. Das Ergebnis ist, dass praktisch jedes der Vereine komplett pleite wäre so bald der Sugardaddy sein Interesse verliert.

Alternativ wurden Spieler mit überzogenen Gehältern geholt und dies zerstört den Verein, wenn der Geldgeber weggeht. Genau das passiert nun in Malaga. Der neue Besitzer holte völlig überteuerte Stars und Altstars wie Cazorla, Demichelis und van Nistelrooy, verbunden mit einem überteuerten Trainer Pellegrini und nun hat der Club nicht einmal die theoretische Chance diese Verbindlichkeiten zu begleichen. Man glaubt es kaum, aber der einzige Milliardär, der die Schulden des Vereins getilgt hat, ist Roman Abramowitsch.

Der nächste große Hit scheint Paris St. Germain zu werden, wo der neue Besitzer inzwischen mehrere hundert Millionen für Weltstars ausgegeben hat, so dass neben Manchester City nun auch Paris alle Spielerpreise ins Unermessliche treibt.

 

Geduldeter Betrug

Dies ist die zweite Variante, die ganze Ligen ins Verderben stürzen kann. Real Madrid und FC Barcelona lebten lange über ihren Verhältnissen und gewinnt der FC Barcelona eine Saison lang nicht die Champions League tun sie dies wieder. Dennoch duldete der spanische Ligaverband dieses Vorgehen und im Falle von Real Madrid wurde sogar aktiv geholfen bei der Bilanzfälschung. Das Ergebnis mögen auf den ersten Blick zwei Weltvereine sein, aber dafür ist die Liga wertlos geworden.

Das Interesse der spanischen Zuschauer bei den anderen Vereinen sinkt und sinkt. Die Schulden der Vereine steigen jedoch umso mehr und was noch schlimmer ist, sie sind für die Sponsoren zunehmend wertlos. So konnte der Sportwetten Anbieter Ladbrokes Wettpartner bei Espanyol Barcelona werden zu einem Preis, zu dem man in Deutschland nur schwer einen brauchbaren Zweitligisten bekommt. Das Ungleichgewicht ist schon so groß geworden, dass die anderen Vereine mit Boykott drohen sollte man diesen Irrsinn nicht eingrenzen.

 

Gefahr in der Zukunft

Man läuft hier Gefahr Traditionsvereine ins Unglück zu stürzen, weil man sie launischen Geldgebern überlässt. Der europäische Fußball muss sich fragen was ihre Ziele sein wollen. Ist es die reine Gewinnmaximierung um jeden Preis, dann muss ihnen klar sein, dass sie auf dem besten Wege sind langfristig ihre Einnahmequellen zu zerstören oder sie machen es komplett zu einer privaten Veranstaltung wie es die amerikanischen Profiligen sind, aber dann fallen europäische Traditionen weg, weil man ein Team auch einfach so umziehen lassen kann in eine andere Stadt.

Wer ernsthaft glaubt, dass die neuen Financial Fairness regeln wirklich etwas ändern werden, der ist naiv. Die Fans müssen eingreifen und ihren Protest durch Fernbleiben zeigen. Das ist der einzige Weg und es ist kein Zufall, dass die deutschen Stadien die beste Stimmung haben. Es ist bis heute trotz aller Kommerzialisierung der ehrlichste und normalste Profifußball (so weit das eine Profi-Liga sein kann). Das Problem ist die menschliche Schwäche…es wird sich so lange beschwert, bis der eigene Verein einen Zuhälter hat, der einem neue Kleider kauft…

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