Die moderne Frau: BULLSHIT!

Verzeiht mir die etwas harsche Überschrift, aber das ist eines der Themen, die mich zuletzt am meisten zum Kotzen gebracht hat. Wir sehen in den letzten Monaten eine neue Sprache und Gesetzgebung, die nur dazu dient die Frau wieder zurück an den Herd zu schieben und das schlimmste an der Sache ist, dass die Politik auch noch scheinbar verwirrte Frauen in ihren Reihen hat, die genau dieses Vorhaben unterstützten. Alternativ würde man gerne die Frauen, die für eine Gleichberechtigung kämpfen, zum Schweigen bringen.

 

Das Betreuungsgeld

Eines der schlimmsten Vorhaben ist das Betreuungsgeld, das der Republik aufgezwungen werden soll. Dies wird vor allem die Hausfrauen und Kinder isolieren, die eh schon gefährdet waren. Dies bestätigt auch der OECD, der ausdrücklich davor warnt, dass insbesondere Frauen aus Migrantenfamilien dazu neigen zu Hause zu bleiben, wenn es genug Betreuungsgeld gibt. Ich finde es hierbei schade, dass diese Aussage sehr unkommentiert in den Medien auftauchte und es damit bei einigen zu der üblichen degenerierte Reaktion „typisch Ausländer“ führte. Um die Zusammenhänge zu verstehen muss man die Situation verstehen.

Diese Frauen sprechen oftmals nicht sehr viel deutsch und wurden sicherlich im eigenen Zuhause meist dazu erzogen, am Herd zu bleiben womit ihre sozialen Fähigkeiten auch beschränkt wurden. Nun hätte man die Historische Chance nutzen können und zunehmend die Frauen über ihre Kinder im öffentlichen Leben integrieren. Es wird durch Studien zunehmend deutlich, dass die Integration von Frauen sehr gut funktioniert wenn sie über die Kinder stattfindet. Die Frau wird dabei in die Lernaktivitäten der Kinder auch außerhalb der eigenen vier Wände integriert und kann sich weiterentwickeln, sowohl sprachlich als auch gesellschaftlich.

Es ist dabei bezeichnend mit welche Arroganz die Warnungen des OECD abgeschmettert wurden („Deutschland ist anders als Norwegen“), dabei hat gerade Deutschland bis heute eine absolut grausige Integrationspolitik betrieben, nämlich oftmals gar keine oder nach dem Motto „du hast dich zu integrieren“.

Bezeichnend in dieser Debatte ist wer so leidenschaftlich für das Betreuungsgeld kämpft. Seehofer wird nicht müde zu betonen, dass dieses Thema für ihn bereits beschlossene Sache ist, dabei könnte er den Familien und Frauen einen größeren Gefallen tun, wenn er nicht jahrelang eine Geliebte gehabt hätte, die er nur verließ weil er den Parteivorsitz der CSU übernehmen wollte. Wir haben hier also ein Gesetz, das tatsächlich nicht nur rückschrittliche Auswirkungen hat, sondern auch noch von einem moralisch Zurückgebliebenen durchgepeitscht wird. Woher der Wind bei Seehofer weht dürfte dabei recht eindeutig sein. Neben dem eigenen missratenen Weltbild will er sich um jeden Preis die Stimmer der Bayrischen Provinzler (keineswegs alle Bayern, hier nicht missverstehen) sichern, die ihre Frauen an den Herd ketten wollen. Schließlich sind ja recht bald Wahlen in Bayern und die CSU hat zum ersten Mal ernsthafte Konkurrenz.

 

Die Familienministerin

Die aktuell wohl größte Katastrophe, die in der Politik rumläuft. Ich kann mich an wenige Männer erinnern, die den Frauen so gezielt geschadet haben wie Frau Schröder. Ihr Buch offenbarte die anders verpackte mittelalterliche Einstellung, die offensichtlich geprägt ist von einer kindlich vereinfachten und von Vorurteilen gespickten Weltanschauung. Da werden Feministinenbilder aufgemalt, die es so schon lange nicht mehr gibt. Die radikalen Aussagen einer Alice Schwarzer (die ihre Sache ihrer Person zuliebe schon lange verraten hat) aus den Anfängen waren natürlich notwendig in ihrer extremen Art, denn anders waren Veränderungen damals nicht zu erwarten. Schröder hingegen hat ein absolut vereinfachtes, wenn nicht sogar primitives Bild, das sie dem Lesen in ihrem Buch vermitteln möchte.

 

Die republikanische Methode

Dies ist in meinen Augen die Strategie, die sowohl Schröder als auch der zurückgeblieben männliche Anhang hinter ihr verfolgen wollen. Dabei bedienen sie sich der Strategie, die schon konservative Republikaner in den USA anwenden und zwar die der Superfrauen. Sie sind erfolgreich und stellen sich hin mit der Aussage, dass sie problemlos als starke Frauen sowohl Beruf als auch Haushalt und Familie schaffen und deswegen auch niemanden brauchen, der sie bevormundet.

Dies ist reine PR-Arbeit, da hier erneut die Frau die Alleinverantwortung für Haushalt und Familie hat und man die normalen Frauen mit voller Absicht unter Druck setzt mit den angeblich perfekten „Superfrauen“, so dass sie sich schlecht fühlen falls sie nicht spielerisch alle Aufgaben erledigen. Jemand, der sich schlecht fühlt muckt bekanntlich nicht auf oder fordert gar etwas. Anstatt Krippenplätze zu schaffen und Bedingungen, die Frauen die Möglichkeit geben sowohl Kind als auch Selbstverwirklichung zu genießen (selbstverständlich mit dem Mann zusammen), wird hier mit Absicht die Frau so lange unter Druck gesetzt bis sie aufgibt oder zusammenbricht.

 

Die Frauenquote

Was bei diesem Thema niemand einsehen will ist: es gibt keine perfekte Lösung also muss man das höhere Ziel nehmen und andere Dinge dafür opfern. Das höhere Ziel hier ist KLAR UND DEUTLICH die stärkere Integration von Frauen in Toppositionen und auch in mittleren Führungsebenen. Warum hier eine Quote notwendig ist? Damit sich die Kultur (ja, unter Zwang) ändert. Ich arbeite selbst in einer Branche, die extrem dominiert wird von Männern und die Sprüche, mit denen ich umgeben bin sind teilweise abartig und erniedrigend gegenüber Frauen (wer es noch nicht gemerkt hat, ich selbst bin ein Mann).

Eines der Gründe wieso es Frauen so schwer haben…man kann sie ja nicht so leicht zum Golfen, Saufen oder F…. mitnehmen. Diese Begründung ist meine persönliche realistische Einschätzung meiner Branche. Die Quote würde den IST-Zustand verändern, so dass sich Gewohnheiten ändern. Wenn eine männliche Führungskraft sagt, er könne sich nicht vorstellen abends mit einer Frau was zu trinken um einen Deal abzuschließen, dann muss man ihn dazu zwingen Alternativen auszuprobieren. Außerdem würde die Frauenquote auch mehr Vorbilder für junge Frauen schaffen und das ist hier das wohl am meisten unterschätzte Argument.

Das Märchen von der Selbstregulierung ist und bleibt eine Geschichte, die man nicht glauben sollte. Die freie Industrie macht nur das was sie machen muss um eine Regulierung zu verhindern und der Rest ist eindeutig PR-Arbeit.

 

[box title=“Was brauchen wir in Zukunft?“ color=“#f00″]

Frauen wollen und sollen keine Männer werden, also müssen wir endlich auch aufhören zu verlangen, dass sie nur dann im Beruf erfolgreich werden wenn sie die Ellbogen ausfahren und sich asozial verhalten. Moderne und mehr als erfolgreiche Firmen wie Google machen vor, dass Geschlecht nicht entscheidend ist. Allgemein scheint es so als hätte das WWW die Realität längst überholt. Im Sillicon Valley sind Betreuung für Kinder und viele andere familienfreundliche Einrichtung inzwischen Gang und Gebe.

Wir dürfen uns nicht mit den üblichen Phrasen der Industrie abfinden, die bei jedem Vergleich den Klassiker „ja, aber das ist nicht auf alle Bereiche übertragbar“, sondern müssen für eine ernsthafte Gleichberechtigung kämpfen und wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, dann sehe ich diese in Deutschland noch weit entfernt, sowohl beruflich als auch gesellschaftlich. Damit zurück zum Titel. Die Konservativen wollen uns nun unbedingt vermitteln, dass die moderne Frau ja schon längst da sei und damit andeuten, dass der Kampf für Gleichberechtigung / Emanzipation damit beendet werden könnte und wie im Titel schon geschrieben steht: das ist absoluter Bullshit!

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