Yahoo – Marissa Mayer die Neue

Yahoo dürfte seit dem gestrigen Abend wieder Hoffnung haben auf eine bessere Zukunft. Die Tatsache, dass Marissa Mayer die neue Yahoo Chefin wird, schlug in der Tech-Branche wie eine Bombe ein. Marissa Mayer gehört zu den ersten 20 Angestellten in der Geschichte von Google und sie war verantwortlich für unzählige wichtige und erfolgreiche Projekte. Neben ihrer reinen Fachkompetenz bringt sie also auch essenzielles Wissen über den wichtigsten Konkurrenten mit und sie könnte vor allem dem Yahoo Partner Microsoft einige Kopfschmerzen bereiten. Sie gilt als extrem gute Entwicklerin, aber auch als teilweise anstrengende Chefin.

 

Aufgaben bei Google

Bei Google war sie zuletzt für alle lokalen Entwicklungen wie Maps, lokale Suche, Street View oder die mobile Suche zuständig. Wer noch nicht verstanden hat welches Kaliber diese Frau hat, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie maßgeblich an der Google Search, Google Image Search, Google News und sogar Gmail mitgewirkt hat. Sie war eine der wichtigsten und größten Verfechterinnen des einfachen und cleanen Google-Designs, das wir bis heute sehen und das Google zum Aufstieg verhalf.

 

Strategie?

Sehr schwer zu sagen, aber Marissa Mayer ist bekannt dafür, dass sie gerne auf Entwicklung setzt und nicht ausschließlich auf Vermarktung. Möglich erscheinen hier auch Kooperationen mit Google wie die Auslagerung der Vermarktung. Viele Pläne könnten aber auch scheitern, weil die Situation vom Kartellamt mehr als kritisch beäugt wird. Zwei Dinge scheinen jedoch recht sicher zu sein:

1. Die enge Verbindung zu Microsoft dürfte nicht Teil ihrer Pläne sein, so dass hier die Redmonder sicherlich Einbußen hinnehmen werden.

2. Sie wird ihr Google-Wissen nicht gegen Google nutzen. Dazu gilt sie als zu loyal und verbunden mit dem Unternehmen, das sie ihre ganze Karriere lang begleitet hat. So klangen auch die Abschiedsworte von Page versöhnlich und keineswegs bösartig.

 

Silicon Valley vorbildlich

Das Silicon Valley ist schon lange ein Vorreiter was Arbeitsbedingungen angeht und nun zeigt die Hightech-Branche einmal mehr, dass sie gesellschaftlich weit vor der Konkurrenz ist. Marissa Mayer tritt ihren Job schwanger an, sie ist bereits im siebten Monat. Eine Tatsache, die wir so in der deutschen Industrie kaum erleben werden. Selbst wenn ein deutsches Unternehmen eine Frau berufen würde, dann scheint es ausgeschlossen, dass sie dabei hochschwanger sein könnte. In unserer Arbeitskultur gibt es neben der fehlenden Gleichberechtigung eine noch viel schlimmere Haltung gegenüber Schwangeren, die gerne aus dem Betrieb „entsorgt“ werden.

 

Stimmung kann kippen

Trotz alles Euphorie über solch eine namhafte Chefin, die Stimmung kann kippen. Bei Yahoo wurden in den letzten fünf Jahren fast nur Fehler gemacht und man verlor dabei sehr viel qualifiziertes Personal. Es ist ein Hoffnungsschimmer, aber nicht die Erlösung.

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