RIM – Weg mit der Hardware?

Neuste Gerüchte werden laut, nach den RIM (BlackBerry) darüber nachdenkt die gesamte Hardware-Produktion aus der Hand zu geben. In meinen Augen der richtige Schritt, scheint das Unternehmen doch vom Konkurrenzkampf gänzlich überfordert und hier insbesondere vom Hardwaregeschäft. Als potenzielle Käufer gelten sowohl Facebook als auch Amazon, die beide Interesse daran haben mit einem Kauf verstärkt in das Telefongeschäft einzusteigen. RIMs Kerngeschäft soll die Software und die Lizenzierung selbiger werden.

 

Die richtigen Buyer

Beide Firmen sind aus der Sicht von RIM richtig um einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Der wirtschaftliche Erfolg ist meiner Meinung nach ausschließlich Amazon zuzutrauen. Der „Allesverkäufer“ zeigte schon in den USA mit seinem Tablet, dass er genau weiß wonach die Kunden suchen und Amazon hat die meiste Erfahrung mit Produkten, dessen Margen minimal sind. Ein Kauf durch Facebook erscheint ein wenig verzweifelt und ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Zuckerberg und Co nicht wirklich wissen wie sie Geld verdienen sollen mit ihrem Unternehmen. Hier würde in meinen Augen das Verkaufs-Knowhow fehlen um das Produkt auch wirklich auf diesem unglaublich umkämpften Markt zu platzieren. Bei Facebook würde die Verzweiflung den Preis nach oben treiben, bei Amazon die logische Notwendigkeit nachdem das Tablet so erfolgreich war. Schließlich kann niemand so gut nach dem Hardware-Verkauf verdienen wie Amazon (bis auf Apple).

 

Keine Chance bei Hardware

RIM wird Konkurs anmelden oder große Teile der Hardwareproduktion abgeben und das ist nicht nur meine Meinung. Das Unternehmen weiß sehr wohl wie man Highend-Geräte herstellt, aber die kleinen Margen brauchen große Stückzahlen und die hat RIM nicht mehr. Dieses Dilemma beschäftigt sicherlich auch andere Hersteller, aber bei RIM und den hohen Verlusten in letzter Zeit könnte dies eine existenzielle Frage werden. Hinzu kommen immer wieder falsche Entscheidungen, die auch viel mit Feigheit zu tun haben. So konnte man sich nicht durchringen die physischen Tastaturen loszuwerden obwohl es offensichtlich ist, dass die Käuferzahl für diese Art von Mobiltelefonen stetig sinkt. Ebenfalls beängstigend ist auch der Gedanke wie man BlackBerry 10, das neue OS, auf ein Mobiltelefon mit Tastatur basteln möchte. Schon der Versuch ein Tastatur-OS auf ein Touchscreen anzupassen scheiterte wie man am aktuellen Betriebssystem sieht.

 

Schon jetzt Geld mit Software

Bei der Software zeigt RIM bereits jetzt, dass sie damit Geld verdienen können. So steckt ausgerechnet in vielen Autos ihre Software und schaut man sich die Vorschau als auch die Ideen für BlackBerry 10 an (ich konnte den Prototypen einmal testen), wird schnell deutlich wo die Stärken des Unternehmens liegen könnten. Es ist also durchaus sinnvoll sich auf die Software zu konzentrieren und sich mit der Lizenzierung zu befassen, insbesondere weil man potenziell die passende Plattform dafür hat.

 

Schlechte Kombinationen

Es gab schon Gerüchte, dass Microsoft sich bei RIM einkaufen könnte. Das mag zwar auf Grund der riesigen Patentsammlung sinnvoll erscheinen, aber alles andere spricht dagegen. Microsoft bräuchte Hardware-Wissen und nicht noch einen zweiten Betriebssystem-Hersteller, so dass die Nokia-Gerüchte rund um Microsoft deutlich logischer erscheinen.

 

[box title=“Entscheidende Schlacht“ color=“#f00″]

Diese steht RIM bevor. Gelingen BlackBerry 10 nicht und findet man keine Lösung für die Hardware, dann dürfte mal bald der Pleite entgegensteuern. Momentan macht es den Eindruck als sei der deutsche CEO zwar smart genug Zahlen zu erkennen, aber Visionäres kommt nicht von ihm. Ist er schlau genug, wird er auch einen niedrigeren Preis hinnehmen um an Amazon zu verkaufen, denn niemand weiß so gut wie man verkauft.

Mein Idealfall von BlackBerry wäre die Konzentration auf die Software und nur die Produktionsteilnahme bei den Highend-Modellen.

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