Facebooks neue Wege ohne Ausweg

Facebook ging an die Börse, aber es scheint einmal mehr so als seine die Finanzexperten erst aufgewacht als es zu spät wurde. Konnte man zuvor meist nur Euphorisches lesen, begriffen sie dann am Ende, dass eine Firma auch Geld verdienen muss und genau das tut Facebook nicht. Den Finanzexperten ist dies im Normalfall egal, denn wie bei Immobilien und andere Produkten können sie es bei rhetorisch nett verpackten Empfehlungen, Magazinbeiträge usw. belassen und während sie andere ins Unglück stürzen. Ich bin mir gar sicher, dass einige Kleinanleger, geblendet vom großen Namen und den großen Worten im Vorfeld, ihren Ruin in Facebook fanden (und der hier wiegt schwerer als das Sauf-Foto, das man aus Versehen als Profilfoto einstellt).

Nachdem es zu technischen Pannen beim Handel kam, versuchte man das Absinken des Kurses zunächst darauf zu schieben, aber in der Realität spiegelt der abgestürzte Kurs zunehmend die Realität des Unternehmens wieder. Facebooks Ausbeute ist mickrig und wer glaubt, dass Facebook eine ernsthafte Idee hätte wie sie mehr Geld generieren könnten, der täuscht sich.

 

Mobile Irrwege

Die mobilen Apps von Facebook sind ganz solide, aber in ihnen ist zu keinem Zeitpunkt erkennbar wie Facebook Geld verdienen will. Man erkennt sogar kaum wie Werbung entstehen könnte, die auch wirklich zu einer Interaktion führen würde. Facebook wirkt im mobilen Bereich schon sehr lange orientierungslos. Bezeichnend dafür war der Aufkauf von Instagram zu einem komplett geisteskranken Preis von einer Milliarde. Facebook, eine Firma, die nicht weiß wie man Geld verdient, kauft eine andere Firma, die ebenfalls keinen Cent verdient. Fehlt also nur Tumblr und schon könnte man eine Wohltätigkeitsorganisation im Netz eröffnen. Hinzu kam mit Face.com eine zwar interessante Technologie, aber eine die dem Image des Überwachungs-Facebooks nur noch mehr Profil verleiht oder wie sollen bereits skeptische Kunden den Zukauf eine Gesichtserkennnungs-Software deuten?

 

Falsche Werbeumgebung

Der Grund für die fehlende Toleranz gegenüber der Werbung ist simpel zu erklären. Jemand, der Facebook besucht, „hängt ab“ mit Freunden und ist mit sich und seinen sozialen Kontakten beschäftigt und empfindet Werbung als absolut störend. Jemand, der Google.com/de aufmacht ist offen und sucht Produkte, Schnäppchen, er schlendert durch die virtuellen Straßen wenn man es so will. Bei Facebook sitzt man im Cafe und irgendein Blödmann kommt an den Tisch und will uns was verkaufen. Wollen wir das? Eindeutig: NEIN.

 

Spiele bringen ein wenig Geld – Gambling mehr!

Geld macht Facebook inzwischen auch mit den virtuellen Gütern, die sie bei Spielen wie den bekannten Kandidaten von Zynga verkaufen. Die Frage, die sich Facebook stellen muss ist: überlässt man Zynga und Co das wahre große Geschäft und das wird Glücksspiel sein. Glaubt ihr nicht? Solltet ihr aber, denn der bislang illegale US-amerikanische Online-Glücksspiel-Markt ist auf dem Weg der Öffnung und hier sind Milliarden zu holen. Zynga wird nachgesagt, sie seien schon zu 100% bereit für einen Kickstart, vor allem im Pokerbereich. Sie haben die Kundendatenbank, die Affinitätenverteilung, die sie durch die Spielegewohnheiten reinbekommen und sie wissen jetzt schon welche Kunden sofort zahlungswillig wären. Genau diesen Kuchen will und kann Facebook nicht einfach hergeben. Inzwischen benutzt man hier zunehmend den Begriff des Social Gaming, doch der wahre Hintergedanke sind Spiele, die in Wirklichkeit als Glücksspiel einzustufen wären. Social Gaming klingt jedoch deutlich netter und softer als das „verrufene“ Gambling. Das große Geld wartet im Glücksspiel-Sektor und Konkurrenten wie Yahoo sind schon vorbereitet und haben extrem große und weit ausgebaute Gaming-Bereiche auf ihren Seiten. Facebook ist auch hier nur Plattform und Schnittstelle.

 

Fehlendes Oekosystem

Google hat ein eigenes Ökosystem geschaffen. Die Suchmaschine ist nur noch die Wurzel. Da wären die eigene Software auf Smartphones und Tablets, eigene Preisvergleiche, Youtube, Gmail, Maps, Drive und vieles mehr, das den Benutzer zunehmend dazu bringt, dass er denken kann „ich habe meinen Google-Account, mehr brauche ich nicht“, eine sonst von Apple bis zur Perfektion beherrscht Strategie. Alles das hat Facebook nicht, weil sie „nur“ ihr soaziales Netzwerk haben. Alles andere liefern andere.

 

Zukunft? Ungewiss!

Facebook muss verstehen, dass Werbung nicht gleich Werbung ist und sie nicht einfach ein Social Network bleiben können wenn sie wirklich Geld machen wollen. Sie haben die Plattform und der logische Weg wäre wenn sie versuchen das Internet unnötig zu machen, auch hier etwas, das sonst Apple versucht. Ihr könnt aufhören euch am Kopf zu kratzen wegen meiner Aussage! Der erste, der das WWW weitgehend unnötig macht, wird die dominante Rolle im nächsten Jahrzehnt der Technologie dominieren. Das beduetet, dass man die Datenleitung braucht, man aber auf einer Firmenplattform bleiben kann um sein virtuelles Leben zu meistern. Schaut euch Apple an, sie bauen genau das auf.

Im Fall von Facebook wäre die geeignete Masse da, die schon ihre Grunddaten bei Facebook gespeichert hat, also müsste Facebook anfangen Waren anzubieten, ob dies in Zusammenarbeit oder im Alleingang passiert ist erst einmal unwichtig.

Ist dies der Untergang des Werbegeschäfts mit anderen Firmen? Keinesfalls, aber Facebook muss lernen was der Mehrwert für die einzelnen Unternehmen ist und das ist die Kommunikation mit dem Kunden, nicht das Anwerben neuer Kunden! Coca Cola und General Motors haben verstanden, dass Facebook die ideale Plattform zur Interaktion ist und zur wirklichen Kundenbindung und werden ihre Investitionen erhöhen. Das Problem ist, dass Facebook nicht so weit denkt wie einige seiner Kunden, sonst würde man zunehmend Mittel und Wege entwickeln Firmen die Möglichkeit anzubieten zu kommunizieren. Warum kein Ticketsystem integrieren für Firmen oder andere Supportmodule?

Facebook hat einige Möglichkeiten, die nicht ausgeschöpft sind und die schiere Masse an erreichbaren Nutzern kann eine richtige Idee zur Cash-Cow machen, aber bislang scheint Facebook selbige nicht einmal im Ansatz zu haben.

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